Hochbeete – Grundanleitung, Schichtaufbau, Vor- und Nachteile

14. August 2018

Grundlegendes zum Hochbeet

Hochbeete oder auch Hügelbeete sind im Prinzip nichts anderes als ein Kompost (siehe Aufbau). Durch den Verwertungsprozess im Inneren ist es wärmer als im (Boden-)Beet, das fördert das Wachstum. So werden auch ständig Nährstoffe freigesetzt die zusätzlich als Nahrung zur Verfügung stehen. Bei mittel- bis schwach zehrenden Kulturen kann man daher schon mal auf Düngen verzichten.

Was erwartet uns:

Mangold, Dahlien, Kräuter - perfekt für Hochbeete oder Hügelbeete

Es gibt inzwischen sehr viele Varianten,  in allen möglichen, auch sehr individuellen Größen.  Wie groß ein Hochbeet sein muss, ist abhängig von der eigenen Körpergröße, den Bedürfnissen und natürlich dem Platzangebot im Garten bzw. den Möglichkeiten am Balkon.

Auch die Materialien sind vielseitig: Holz, Drahtgitter (Gabionenbauweise), Kunststoff, Alu oder Metall, Steinschlichtung (Trockenmauer), Beton-Schachtringe.
Bepflanzen lässt sich ein Hochbeet im Prinzip mit allem: Gemüse, Kräuter, Zwergobstbäume oder Stauden und Ziergehölze. Erlaubt ist was gefällt!

Welche Vorteile bieten uns die Hochbeete?

  • Vorallem im ersten Jahr bestens geeignet für Starkzehrer wie Zucchini, Kürbis oder Gurken.
  • Kein Bücken bei der Gartenarbeit
  • barrierefreie Aufbauten
  • Weniger Unkraut als im Bodenbeet
  • relativ Schneckensicher
  • einfache Pflege und Bepflanzung
  • Eine Variante mit Abdeckung kann auch gleich als Frühbeet verwendet werden
  • Sehr gut geeignet fürs Kinderbeet

Natürlich gibt es hier auch den einen oder anderen Nachteil:

Hochbeet aus ungeschälten Fichtenrundlingen
  • Nach 7-9 Jahren muss ein Hochbeet neu aufgebaut werden, da alles verrottet und umgebaut ist, somit ist die wärmende Wirkung dahin
  • Haben sich Mäuse eingenistet muss ebenfalls das ganze Beet ausgeräumt werden um sie wieder los zu werden – dagegen kann man aber mit Hasengittern sehr gut vorsorgen
  • Aus Natursteinen gemauerte haben eine kleinere Beetfläche innen und sind auch die teuerste und  aufwendigste Variante
  • Bauweisen aus Metall sind eventuell etwas kritisch zu bewerten, da das Material Wärme und auch Kälte ganz wunderbar leitet (langsameres Verrotten bei kühlen Temperaturen)

Allgemeine Bauanleitung für Hochbeete

Hochbeete aus Vierkanthölzern

1. Die gewünschte Fläche abstecken oder mit Markierspray anzeichnen – Süd- oder westseitige Ausrichtungen haben sich bewährt
2. Die Grasnarbe rund 10cm tief abziehen und auf die Seite geben
3. Eine 5cm Ausgleichsschicht aus Deckmaterial (Greda) oder Splitt an den Rändern erleichtert das Einrichten und Aufbauen der Grundkonstruktion.
4. engmaschiges Hasengitter, etwas größer als das Hochbeet, am Boden auslegen – gegen Maulwürfe und Wühlmäuse; gegen Maulwurfsgrillen helfen zusätzlich Spachtelgittermatten (vom Hausbau)
5. Hochbeet aufbauen bzw aufstellen und verschrauben
6. Die Innenseite mit Noppen- oder Teichfolie auskleiden und (mit Schrauben oder Nägeln) befestigen – so kann bei der Gabionenbauweise keine Erde durch die Steine nach außen rieseln und beim Holzaufbau wird Fäulnis an den Brettern bzw. Hölzern verhindert.

empfohlener Schichtaufbau im Hochbeet

  • Grobes Schnittgut, Äste und starke Wurzeln einfüllen und  gut eintreten
  • Feines Schnittgut, Laub und andere Grünabfälle einfüllen und ebenfalls wieder gut festtreten
  • die Grasnarbe und schwere (gesiebte) Erde/Humus (Aushub, nicht zu lehmig) einfüllen
  • Fertigen, reifen Kompost aufbringen
  • als oberste Schicht Pflanzhumus, Gemüse- oder Blumenerde
niederes Hochbeet aus Stein in Dreiecksform

Für die untersten drei Schichten rechnet man zwischen 20 – 30cm Höhe, Kompost gibt man in einer Stärke von 10-20cm drauf und für die oberste Schicht reichen 10cm. Da sich das Ganze noch ziemlich setzen wird, ruhig einen ordentlichen Gupf machen. Jedes Jahr im Frühjahr dann eine Erd-Kompostmischung oder fertige Gemüseerde auffüllen und mit den obersten 10cm vermischen.

Hochbeete bepflanzen

Und nun kanns auch schon ans bepflanzen gehen. Wie gesagt, erlaubt ist was gefällt. Im ersten Jahr stehen sehr viele Nährstoffe zur Verfügung. Daher empfehlen wir starkzehrendes Gemüse wie Zucchini zu pflanzen. Salat, Kohlrabi, Erbsen, Mangold und Co dann ab dem zweiten Jahr.

Auf Kräuter wie Melisse und vorallem Minze unbedingt verzichten. Innerhalb kürzester Zeit ist das Hochbeet durchwurzelt und die schwächeren Gemüsearten haben kaum/keine Chance mehr.

Das waren jetzt mal die wichtigsten Grundlagen um ein Hochbeet aufzubauen. Habe ich etwas wichtiges vergessen? Wenn ja oder gibt es generell Fragen rund ums Thema, bitte kontaktieren Sie uns per Mail oder direkt telefonisch unter 0677 62859529.

Stefi Wassermann

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