Hecke – mehr als nur Sichtschutz und Gestaltungselement

8. Januar 2020

Sichtschutz oder Abgrenzung? Gehölzstreifen und Gestaltungselement? 

Einen Sitzplatz einrahmen, sich zum Nachbarn oder einer Straße hin abschirmen, eine große Vielfalt an Pflanzenarten, Blüten- und Blattfarben oder Blühzeitpunkten im Garten genießen wollen: Es gibt viele unterschiedliche Gründe, warum man eine Hecke pflanzen möchte.

Miscanthus Große Fontaine als Sichtschutzhecke
Miscanthus Große Fontaine

Für welche Hecke soll ich mich entscheiden?

Oder anders gefragt: Welche ist die passende Hecke für meinen Garten, für mich?

Es gibt sommer- und immergrüne Hecken, in vielen (Laub-)Farben, mit und ohne Früchte, unterschiedlicher Rindenstruktur, gemischt oder einheitlich, blühend oder eben nicht. 

Aufgrund dieser vielfältigen Auswahlmöglichkeiten und den daraus sich ergebenden Kombinationen sollten Hecken gut durchdacht werden.

Die wichtigsten Fragen, die man sich am Beginn stellt, sind:

  • Dient die Hecke rein als Sichtschutz,
  • möchte ich damit meinen Pool, ein Biotop oder den Schwimmteich gestalterisch aufwerten
  • oder für mehr Wohlgefühl auf der Frühstücksterrasse oder einen Sitzplatz sorgen?
  • Ist mein Garten groß genug um eine entsprechende Pflanzenvielfalt unterzubringen?
  • Pflanzen für eher sonnigen oder eher schattigen Standort geeignet?
  • Welcher Boden steht zur Verfügung?

Entsprechend dieser Fragen lassen sich die Pflanzen schon mal etwas eingrenzen und auch der Aufwand zur Bodenvorbereitung abschätzen.

Dann kann man sich auch schon mal an die Pflanzenauswahl machen:

Welche immergrünen Hecken-Pflanzen gibt es?

Kirschlorbeer-Hecke
  • Immergrüne Pflanzen gewähren ganzjährigen (Sicht-)Schutz und finden häufig als Grundstücksumzäunung oder Sitzplatzeinrahmung Verwendung. Sie halten Lärm und Staub ab, schützen vor unliebsamen Blicken und geben einem das Gefühl von Geborgenheit – letzteres können natürlich alle Heckenvarianten.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) : die derzeit beliebteste  immergrüne Heckenpflanze.  Am richtigen Standort, ohne Staunässe, erhält man schnell eine gesunde und dichte Hecke. Sonnige bis halbschattige sowie windgeschützte Standorte werden bevorzugt. Kirschlorbeerhecken schneidet man am besten von Hand, da die Heckenschere die Blätter zerschneidet (im schlimmsten Fall zerfranst) und das gibt unschöne braune Ränder.  Achtung: nicht an jedem Standort gut winterhart – bitte unbedingt entsprechend beraten lassen.

Eibe (Taxus baccata): immergrün und blickdicht, für sonnige bis schattige Standorte geeignet, keine besonderen Ansprüche an den Boden. Sie kann fast das ganze Jahr geschnitten werden. Sie verträgt auch einen sehr starken Rückschnitt bis ins Holz. Achtung: sehr giftig!

Thujen oder Lebensbaum: (Thuja occidentalis): Anspruchslos an den Boden wächst sie an sonnigen Standorten.  Besonders beliebt ist die etwas langsamer wachsende Sorte „Smaragd“.

Scheinzypressen (Chamecyparis lawsoniana) Ein immergrünes Nadelgehölz mit südländischem Flair für sonnige bis halbschattige Standorte. Die Scheinzypresse hat hohe Ansprüche an Boden  und Standort und ist in unseren Breiten nur bedingt geeignet. 

Ilex oder Stechpalme (in vielen Arten und Sorten): Die Stechpalme gibt es vom kleinen Zwergstrauch bis zum 4m hoch werdenden Solitärgehölz. Für sonnige bis halbschattige Standorte und anspruchslos an den Boden. Als Hecke eignet sich sehr gut die  besonders winterharte Sorte „Heckenstar“. Sie zeichnet sich durch dichten Wuchs, Robustheit und ihre Schnittverträglichkeit aus.

Glanzmispel (Photinia Red Robin): bedingt winterharte Heckenpflanze für geschützte sonnige bis absonnige Lagen. Sie braucht einen nährstoffreichen durchlässigen Boden. Besonders reizvoll ist der rotlaubige Austrieb.

Hemlockstanne (Tsuga canadensis): eigentlich ein Baum für große Gärten oder Parks, jedoch aufgrund seiner hervorragenden Schnittverträglichkeit eine ausgezeichnete Pflanze für Sichtschutzhecken und  obendrein (wie Hainbuchen)  ein wertvoller Rückzugsort für Vögel. Bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und hat keine besonderen Ansprüche an den Boden

Buchs bzw. Buchsbaum (Buxus sempervirens): Eine ausgezeichnet winterharte und genügsame Pflanze, geeignet für niedere Hecken und Formgehölze für sonnige bis schattige Standorte. Aktuell raten wir allerdings zu Alternativen wie den kleinblättrigen Ilex crenata, da der Buchsbaumzünsler nach wie vor sehr aktiv ist.

Efeu (Hedera helix): eine anspruchslose Pflanze, die einem normalerweise nicht in den Sinn kommt, wenn man über eine immergrüne Hecke nachdenkt. Doch er hat sich bewährt: mit entsprechender Hilfe in Form von Zäunen oder Baustahlgitter lässt sich ein besonders schmaler Sichtschutz umsetzen. Für halbschattige bis schattige Bereiche.

beliebte sommergrüne Heckenpflanzen

  • sommgrüne Hecken bieten uns Sichtschutz wann wir ihn brauchen – in der Zeit in der wir uns am häufigsten im Garten aufhalten. Auch sind sie für viele Insekten und Vögeln Schutz, Nistplatz und Nahrungsquelle in einem

Hainbuche oder Weißbuche (Carpinus betulus): anspruchslose, vortrefflich schnittverträgliche Pflanze für sonnige bis halbschattige Standorte.  Das Besondere an Hainbuchen ist, dass sie einen Teil ihres vertrockneten Laubes bis zum Frühjahr am Holz behalten. Beliebt bei Vögeln

Rotbuche (Fagus sylvatica): sehr schöne, wertvolle Heckenpflanze für sonnige bis halbschattige Plätze die keine besonderen Bedürfnisse an den Boden hat.  Das Besondere: edel glänzendes Laub in grün und rot, sowie eine wunderschöne Herbstfärbung.

Liguster (Ligustrum vulgare atrovirens): halbimmergrüne, anspruchslose Pflanze für eine kostengünstige Hecke. Absolut anspruchslos an den Boden. Wichtig: um einen dauerhaft schönen Sichtschutz zur erhalten zweimal im Jahr schneiden (Mitte Juni und im September/Oktober)

Berberitze (Berberis in diversen Varianten): ob rot- oder grünlaubig, diese genügsame Pflanze hat es in sich.  Mit ihren Dornen machen sie, genauso wie der Feuerdorn (Pyracantha coccinea) einen das Leben schwer. Doch das ist auch ihr größter Vorteil: Niemand kommt auf den Gedanken mal eben durch die Hecke in den Garten zu huschen. Für sonnige bis halbschattige Standorte.

Gemischte Hecken, bunte Sträucher, frei wachsende Sträucher

Sichtschutz gabionen kombiniert mit Himalaya- Birken
  • Diese besondere Kategorie zählt zu meinen persönlichen Favoriten. Mir gefällt einfach die Vielfalt und die Farbenpracht die man sich damit in den Garten holt. Natürlich ist mir der Hauptnachteil mehr als bewusst: sie brauchen einfach sehr viel mehr Platz. Im Gegensatz zu den linearen, Heckenschere geschnittenen Hecken, die man gut auf einem halben Meter Breite halten kann, kommen die gemischten Blütensträucher locker auf das Dreifache an Platzbedarf.

Dafür kann ich so gut wie jede sommer- und immergrüne Pflanze verwenden die mir gefällt.  Natürlich nicht wahllos miteinander kombinieren, sondern darauf achten das die Ansprüche an Boden und Standort ähnlich sind. Vorteilhaft miteinander kombiniert findet man so während des ganzen Jahres immer etwas Besonderes im Garten vor: Blüte, Herbstfärbung, Laubfarbe, Rindenstruktur oder -farbe.

Eine weitere Möglichkeit ist, seine Lieblingspflanze als Hecke zu setzen: Apfelrose/Hundsrose (Rosa rugosa), Hibiskus (Hibiscus), Schneebälle (Viburnum) oder Blasenspiere (Physocarpos opolifolius) um nur einige zu nennen, sie alle sind so ein echter Blickfang.

Gräser und Stauden als Sichtschutzhecke

Miscanthus Große Fontaine als Sichtschutzhecke
  • Allgemein bekannt ist ja, dass Gräser besonders gut zu Gewässern aller Art passt. Neu hingegen ist die Verwendung als sommerlicher Sichtschutz. Ähnliches gilt für die hohen Stauden. Sie müssen nicht nur in Blumenrabatten oder zwischen Rosen gepflanzt sein. Durch ihren ganz eigenen Charakter bekommt der Garten ein besonderes Flair.

Bei den Gräsern ist es besonders die große Familie des Chinaschilfes (Miscanthus) die sich hervorragend eignet.  Von schwachwüchsigen Sorten wie „Kleine Silberspinne“ über buntfarbige wie „Sioux“ hin zu Riesen wie „Große Fontaine“ mit bis zu 2,5m Wuchshöhe, ist fast alles dabei.

Allen gemeinsam ist, dass sie anspruchslos sind, am besten einen sonnigen Standort haben und keiner Staunässe ausgesetzt sind. Sie kommen auch mit vorübergehender Trockenheit gut zurecht und werden am besten im zeitigen Frühjahr handbreit über der Erde zurückgeschnitten. Und hier erkennt man schon den Hauptnachteil von Gräsern: Der Sichtschutz ist im Frühling nicht gegeben. 

gelber Alant
  • Bei den Stauden gibt es die wunderbare Gruppe der Riesenstauden: oft große Blätter, starker Wuchs und Blüten, die Insekten, das Auge und in manchen Fällen auch die Nase erfreuen. Wasserdost, Scheinhanf, echter Alant, roter Federmohn, hoher Sonnenhut, Silberkerze, Silphie oder Virginiamalve, um nur einige zu nennen.

Sie sind von den Standortansprüchen und was die Pflege betrifft aufwendiger als Gräser. Wasserdost hat es lieber feucht, der hohe Sonnenhut verträgt auch Trockenheit. Die Silberkerze fühlt sich im Schatten am wohlsten und der echte Alant nur in voller Sonne. Die einzige Gemeinsamkeit die diese Stauden eint ist, dass sie einen nährstoffreichen Boden brauchen.

Ähnlich wie bei den Gräsern bieten die Stauden nur im Sommer Sichtschutz. Sie werden ja schon im Spätherbst zurückgeschnitten.

Wann und wie eine Hecke am besten pflanzen?

Der beste Pflanzzeitpunkt ist einfach im Herbst. Auch wenn allgemein anderes vermutet wird, solange der Boden noch nicht gefroren ist, bildet die Pflanze Wurzeln. Im direkten Vergleich mit den im Frühling gepflanzten Pflanzen sieht man, dass die im Herbst gepflanzten einen deutlichen Vorsprung vorweisen. Sie konnten während der Wintermonate anwachsen und starten im Frühling  flott durch. Warum? Sie mussten keine Energie in oberirdisches Wachstum und Photosynthese stecken. Und wie heißt es so schön: Ausnahmen bestätigen die Regel denn Gräser und Studen werden im Frühjahr gepflanzt.

Natürlich spricht nichts gegen eine Gehölz-Pflanzung im Frühjahr und Topf- bzw. Containerpflanzen können sogar während der Sommermonate gesetzt werden.

Im Herbst und im zeitigen Frühjahr bekommt man außerdem für kurze Zeit von einigen laubabwerfenden Pflanzen auch wurzelnakte Exemplare. Diese sind besonders kostengünstig und außerdem relativ schnell zu setzen und sicher im Aufwuchs.

Allgemeines zu Bodenvorbereitung und Pflanzung:

  • den Boden lockern und Unkräuter raus
  • Erde mittels Kompost oder organischem Dünger aufbessern
  • Der Pflanzgraben sollte etwa doppelt so groß sein wie der Wurzelballen der Pflanze
  • Weil immer wieder die Frage gestellt wird wie tief die Pflanzen setzen? – So tief, das der Ballen gerade so mit wenig Erde überdeckt werden kann – heraus schauende Wurzelballen vertrocknen und die freiliegenden Wurzeln sterben ab, zu tief gepflanzte Gehölze ersticken

Ist der Graben ausgehoben und der Aushub mit organischem Dünger oder Kompost vorbereitet, werden die Pflanzen in den Graben gestellt. Die Pflanzen gleichmäßig auf die ganze Länge aufteilen und anschließend die Wurzel-Ballen mit Erde zuschütten. Um für ausreichend Verbindung im Boden zu sorgen, werden die Pflanzen „eingetreten“. Hierbei wird die Erde rund um die Pflanze vorsichtig festgetreten. Abschließend noch ordentlich wässern.

Pflege der Hecke – Schneiden, Düngen, Jäten, Wässern

Wann und wie die Hecke richtig schneiden?

Grundsätzlich hängt der Schnittzeitpunkt von der Hecke ab. Schnellwachsende Hecken wie Buche oder Liguster, schneidet man zweimal im Jahr – Mitte Juni und September/Oktober, langsamer wachsende Hecken ab Ende Juni. Es ist möglich bis weit in den Spätherbst hineinzuschneiden, die Tage sollten frostfrei sein. Zusätzlich kann man im zeitigen Frühjahr (März und April) schneiden.

Formschnitt-Hecken werden in eine konische Form geschnitten. In den ersten Jahren, wenn die Pflanzen noch nicht die gewünschte Höhe und Breite erreicht haben, schneidet man ca. 2/3 des Austrieb weg. Das hilft um die Pflanzen kompakt und dicht wachsen zu lassen. Spätestens wenn man die gewünschten Maße erreicht hat, werden mind. 95% des Austrieb weggenommen. Macht man das nicht, wird die Hecke bald unüberschaubar hoch und breit.

Hat man es einmal übersehen, ist zum Glück noch nicht alles verloren! Viele Pflanzen vertragen einen einmaligen stärkeren Rückschnitt. Hierzu bitte den Gärtner des Vertrauens fragen, er berät gerne.

Bei frei wachsenden Hecken verhält es sich anders. Sie werden höchstens einmal jährlich per Hand zurückgeschnitten und alle 2-3 Jahr ausgelichtet. Das heißt, man nimmt die stärksten (ältesten) Äste aus der Mitte heraus. So wird die Pflanze regelmäßig verjüngt.

Frühlingsblüher wie Forsythien, Juniflieder oder einige Arten der Spiraea blühen am mehrjährigen Holz und werden daher direkt nach der Blüte geschnitten. Das sollte nach Möglichkeit bis Ende Juli gemacht werden. Sommer- und Herbstblüher wie Hibiskus, Sommerflieder, Blasenspiere und manche Spiraea blühen am einjährigen Holz. Daher schneidet man sie am besten im Spätherbst oder zeitigem Frühjahr.

Düngen, Wässern und Jäten

Regelmäßige Düngegaben im Frühjahr sorgen für vitales Wachstum und helfen den Pflanzen gesund zu bleiben. Wir empfehlen organische Dünger um die Belastung fürs Grundwasser möglichst gering zu halten.

In der Anwachsphase braucht die junge Hecke eine sichere Wasserversorgung und in den darauffolgenden Jahren empfiehlt es sich in trockenen heißen Sommern zusätzlich zu wässern.

Vor allem in den ersten Jahren ist es notwendig die Pflanzen regelmäßig von Unkraut zu befreien. Um sich die Arbeit zu erleichtern, hilft es eine Mulchschicht aufzubringen. Diese hält den Boden nicht nur feucht und locker, auch Unkräuter kommen schwerer auf.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Überlegungen zur Hecke kurz aufgelistet

  • Funktion/Bedarf: Sichtschutz oder Gestaltungselement?
  • Pflanzenauswahl treffen: immergrün, laubabwerfend, gemischte Pflanzen, Stauden oder Gräser
  • Aussehen: frei wachsend oder Formschnitt
  • Standort: Sonne, Halbschatten oder Schatten, trocken oder feucht
  • Bodenverbesserung: Maßnahmen zur Vorbereitung
  • Pflanzung und Pflege
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