Die Blumenwiese – Gegenstück zum Rasen in der Gartengestaltung

13. Juni 2018

Lebensraum Wiese oder Blumenwiese.

Dank ihrer Artenvielfalt sind sie ein wertvolles Ökosystem und bieten ein reiches Angebot an Nahrung und Lebensraum für die Tierwelt.

Als glücklicher Gartenbesitzer kann man relativ leicht einen Beitrag zur Artenvielfalt und zum Naturschutz beitragen. Beispielsweise indem man in einem Teil seines Gartens eine Wiese, vielleicht sogar ein Wildes Eck, anlegt.

Wildblumenwiese zwischen Obstbäumen, Lupinien blühen geradeNatürlich ist Wiese nicht gleich Wiese. Boden und Klima sowie Nutzung und Pflege haben einen sehr starken Einfluß. Es entwickeln sich also ganz unterschiedliche Wiesen – keine gleicht der anderen. Man denke nur an Bauernwiesen, Schotterwiesen und eben Blumenwiesen. Eine Kombination aus Rasen und Wiese kommt wahrscheinlich für die meisten von uns in Frage.

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Mit geringstem Arbeitseinsatz lässt sich eine Wiese umsetzen wenn man einen Teil des Rasen zu einer Blumenwiese verwildern lässt – weniger betreten, nicht mehr düngen, nur mehr 2-3 mal im Jahr mähen. Hierfür braucht man auch die meiste Geduld. Je nach Boden und Nährstoffzusammensetzung dauert es zumindest 3 Jahre bis ein relativ stabiles Gleichgewicht mit reicher Artenvielfalt entsteht.

Auch Inseln in der Rasenfläche die vom regelmäßigen mähen ausgenommen sind oder Wiesen als Übergang von einer Teichfläche zum Rasen lassen sich einfach verwirklichen.

Und dann gibt’s natürlich auch die Möglichkeit eine Blumenwiese direkt auszusähen.

Eine Blumenwiese anlegen

Wiesenblumen am Waldrand: Kornblumen, HerbstlöwenzahnBei der Umsetzung gibt es zwei Möglichkeiten: entweder habe ich eine bestehende Rasenfläche und verwandle sie über die nächsten Jahre in eine Wiese oder man sät eine freie Fläche statt mit  Rasensamen mit einer Blumenwiesenmischung ein .

Bei einer Rasenanlage ist die Feinplanie wichtig. Ganz anders bei der Wiese: Furchen, Rinnen, Wölbungen oder Senken schaffen verschiedenste Kleinstklimate für diverse Tier- und Pflanzenarten. Natürlich nicht solche Unebenheiten, das die Wiese nur mehr mit Schwierigkeiten zu mähen ist :-) .

Als optimal sehen wir nährstoffarme, trockene, leicht saure bis neutrale Böden in voller Sonne. Ist in der näheren Umgebung eine artenreiche Wiese, erfolgt von selbst eine Zuwanderung von Wildstauden. Außerdem hemmt ein nährstoffarmer Boden die Entwicklung der (Rasen-)Gräser, sie sind nämlich ganz schön nährstoffbedürftig.

Wie wandle ich eine bestehende Rasenfläche in eine Wiese um?

1. die gewünschte Fläche nicht mehr düngen und wässern
2. weniger mähen, mit der Zeit auf einen Intervall von 1-3 mal jährlich reduzieren
3. Schnittzeitpunkt beachten; sind die gewünschten Wildkräuter/-blumen abgeblüht bzw die Samen reif, dann mähen
4. Schnittgut auf der Fläche einige Tage trocknen lassen damit die Samen ausfallen können

gelber AlantDas dauert natürlich einige Jahre bis sich ausreichend Wildkräuter angesiedelt haben und sich da ein entsprechendes Gleichgewicht eingependelt hat. Achtung: ist der Boden sehr nährstoffreich zusätzlich zum Düngeverzicht den Boden mit Sand abmagern!

Damit es ein bisschen flotter geht, kann ich der Natur etwas nachhelfen:
Die Fläche auf rund 10cm abmähen, vertikutieren und mit einem Eisenrechen die Bodenoberfläche leicht abrechen. Dann die gewünschten Wildkräuter (1g/m²) aussähen, einharken oder mit Sand abdecken und anwalzen. Jetzt noch die Fläche bis zum Auflaufen feuchthalten.

Anlegen einer Blumenwiese bei offener Fläche

Glockenblume - Campanula

Glockenblume – Campanula

Hier empfehlen wir sogenannte Universalmischungen. Sie bestehen aus vielen Pflanzenarten und -sorten mit unterschiedlichsten Standortansprüchen und decken somit alle möglichen Bedingungen ab. Jene Pflanzen für dies am besten passt setzen sich langfristig durch.

Wichtig ist auf hohe Qualität und einheimische Wildstauden zu achten (Artenliste). Ein hoher ökologischer Wert  sorgt für Vielfalt (Insekten). Außerdem ein  geringer Anteil der Gräser (es gibt auch Mischungen ohne Gräser) sowie nur sehr wenig Klee. Darauf achten das die Mischungen überwiegend mehrjährige Pflanzenarten enthalten. Einjährige wie Klatschmohn oder Kornblumen kommen in den darauf folgenden Jahren immer weniger auf, weil sie eher einen ständig offenen Boden brauchen um aufzukommen.

Die idealsten Aussaattermine für die Blumenwiese

1. April/Mai – ideal, da mit ausreichend Bodenfeuchte gerechnet werden kann, Mischungen mit einjährigen Arten jetzt aussäen
2. Sommer – Beregnung einplanen
3. August/September – gut geeignet, einjährige Pflanzen im Folgejahr nachsäen

Die Ausbringung der Saat

Geranium - WiesenstorchschnabelNur sehr wenig Saatgut aufbringen, 1-2g/m², das sorgt für weniger Konkurrenz unter den Arten und fördert eine gesunde Entfaltung. Auch bleibt genügend Freiraum für die Entwicklung im Boden ruhender, anfliegender oder durch Tiere antransportierte Samen (können den Artenbestand sinnvoll ergänzen).
Um eine gleichmäßige Ausbringung zu gewährleisten vermischt man den Samen mit der 1-3fachen Menge feuchten Sand.

Wann das erste mal Mähen bei einer neu angelegten Fläche?

Blutweiderich - Lythrum salicaria, entwickelt sich gerne an feuchteren StandortenBei Sommer- bzw Herbstansaat gilt: schon nach 6-8 Wochen wenn die Pflanzen etwa 10cm hoch sind auf 4cm zurückschneiden damit auch jene Pflanzen gut nachkommen die sich langsamer entwickeln.

Sind bei Frühlingsansaaten (je nach Mischung) einjährige Pflanzen mit dabei, darf erst nach der Blüte gemäht werden (Juni/Juli). Ansonsten gilt auch hier: nach 6-8 Wochen der erste Schnitt. Ein weiterer Schnitt dann im Hochsommer und eventuell im Herbst nochmal. Die Schnitthöhe liegt zwischen 8-15 cm. Das Schnittgut immer ein paar Tage zum Abtrocknen liegen lassen, damit sich mögliche Samen lösen können und abfallen.

 

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